Geschichte

Die Diakonie Stetten seit 1849 bis heute

Die Diakonie Stetten ist eine Einrichtung mit einer langen Tradition. Sie finden hier einen Überblick über die wichtigsten geschichtlichen Meilensteine seit der Gründung der Diakonie Stetten im Jahr 1849 bis heute.

Alexander-Stift eröffnet Seniorenzentrum in Zaberfeld (Landkreis Heilbronn)
Nach rund drei Jahren Planung und Bauarbeiten wird das neue Seniorenzentrum des Alexander-Stift im Juni 2020 offiziell in Betrieb genommen. Das Haus bietet neben stationären Dauerpflegeplätzen auch Kurzzeitpflege und Tagespflege an. Angrenzend an das Seniorenzentrum stehen dreizehn Betreute Wohnungen zur Verfügung

Offizielle Eröffnung Kinder- und Familienzentrum Bachwiesen
Am 19. Mai 2019 feiert das Kinderhaus Bachwiesenstraße in Stuttgart-Heslach sein 10-jähriges Jubiläum sowie seine offizielle Eröffnung als Kinder- und Familienzentrum. Es nennt sich jetzt Kinder- und Familienzentrum Bachwiesen.

Die Wohn- und Assistenzangebote für Menschen mit Behinderung werden kontinuierlich weiter ausgebaut. Die Diakonie Stetten bietet in der Region eine vielfältige Palette an individuellen Wohnangeboten mit Assistenz für Menschen mit Behinderung an und baut diese weiter aus. Barrierefreie Wohnhäuser werden erbaut, zum Beispiel in Ebersbach und Filderstadt-Plattenhardt. Neue ambulante Wohnangebote werden in Waiblingen, Fellbach, Esslingen, Weinstadt und Stuttgart-Rot geschaffen.

Die Diakonie Stetten beteiligt sich 
an der Remstal Gartenschau vom 10.05.2019 bis 20.10.2019

Die Remstal Gartenschau ist die bundesweit erste Gartenschau, die in 16 Städten und Gemeinden stattfindet. Vom 10. Mai bis 20. Oktober 2019 verwandelt sich das ganze Remstal in einen unendlichen Garten. Wir von der Diakonie Stetten sind mit dabei. Weil wir die Gartenschau als große Chance für Begegnung, Lebensfreude und inklusives Miteinander sehen. Und weil wir einen Beitrag leisten wollen, damit Menschen mit Unterstützungsbedarf die Gartenschau erleben und daran teilhaben können - als Besucher, als Gastgeber oder als aktiv Beteiligte. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kernen, mit anderen Remstalgemeinden und mit örtlichen Vereinen gibt es Veranstaltungen und  Aktionen, zu denen die Gäste der Gartenschau herzlich eingeladen sind. "Gemeinsam erleben" - in Stetten und an weiteren Standorten der Diakonie Stetten entlang der Rems.

Jubiläum Landenberger
Die Diakonie Stetten gedenkt ihres Mitbegründers und ehemaligen Leiters der Heil- und Pflegeanstalt Stetten, der am 31. Mai 2018 200 Jahre alt geworden wäre. Der Pädagoge Landenberger hat die Entwicklung der Einrichtung in ihren Anfangsjahren in Stetten maßgeblich geprägt. Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Stetten, Pfarrer Rainer Hinzen, enthüllte anlässlich des Jubiläums eine Gedenktafel im Eingangsbereich des zentralen Verwaltungsgebäudes in Stetten, das seit 1979 nach Johannes Landenberger benannt ist. Mit einer Ausstellung über das Leben und Wirken Landenbergers und mit einem Nachmittag der offenen Bürotüren im Landenberger-Haus, das heute als Verwaltungsgebäude genutzt wird und in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert, wurde die Feierstunde abgerundet.
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40 Jahre Berufsbildungswerk (BBW) in Waiblingen 1978 - 2018

Das BBW Waiblingen als Einrichtung für Rehabilitation und berufliche Erstausbildung für Jugendliche mit Lernbehinderung nimmt seine Arbeit 1978 in Waiblingen auf. Zum Berufsbildungswerk Waiblingen gehören auch Wohnplätze auf dem Gelände des BBW.

 

Die Interdisziplinäre Frühförderstelle (IFF) im Rems-Murr-Kreis zieht von Waiblingen nach Winnenden und nimmt am 15. Juli 2018 die Arbeit in den neuen Räumlichkeiten im Rems-Murr-Klinikum, Am Jakobsweg 2 in 71364 Winnenden auf.
 

 

Seit Juli 2017 bietet die Diakonie Stetten einen Ambulanten Pflegedienst mit individuellen und bedarfsgerechten Angeboten für die Pflege und Betreuung daheim.

Im Dezember 2017 wird das neu erbaute Wohnhaus in der Kleinaspacher Straße 47 in 71723 Großbottwar wird bezogen. Das Haus bietet Wohnraum für 24 erwachsene Menschen mit Unterstützungs- und Assistenzbedarf.  

Der Standort Hangweide in Kernen-Rommelshausen wird zum 31. Dezember 2017 aufgegeben. Der Beschluss schließt sämtliche Wohn- und Mietshäuser ein, auch die Werkstätten und die Gärtnerei. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind in neue Wohnhäuser in Fellbach, Weinstadt-Endersbach, Schorndorf und an andere Standorte umgezogen. Bestehen bleiben lediglich das Anna-Kaiser- Haus und das Schubert-Haus. Gründe für die Aufgabe des Standortes sind unter anderem die Ratifizierung der UN Behindertenrechtskonvention von 2009 (Inklusion ist gesellschaftliches und politisches Ziel, Menschen mit Behinderung sollen nicht länger räumlich ausgegrenzt werden;  dezentrale Wohnangebote sollen ausgebaut und neue Wohnmodelle sollen entwickelt werden) sowie die Umsetzung der Vorgaben der Landesheimbauverordnung, ebenfalls von 2009.

Nationales und internationales Vorbild: Die Kreative Werkstatt

Die Kreative Werkstatt der Diakonie Stetten feiert 2016 ihr 50-jährige Jubiläum. Unter anderem findet vom 21. April bis 16. Juni 2016 im Landratsamt Rems-Murr die Ausstellung JubilArte statt. Sie wird begleitet von Führungen, Workshops und Vorträgen. Im Anschluss an diese Ausstellung sind die Werke der Künstler aus Stetten in der Ludwig-Schlaich-Akademie zu sehen.  Am 8. November 2016 werden Kunstwerke der Kreativen Werkstatt in der Ludwig Schlaich Akademie versteigert. Als Auktionator kann der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky gewonnen werden.

Anne Dore Spellenberg, Heilerziehungspflegerin und Kunstpädagogin, schuf im November 1966 mit der Kreativen Werkstatt für Menschen mit Behinderung einen "Ausgleich zum Arbeitsprozess". Im Rathaus Waiblingen wurden Arbeiten der Künstler aus Stetten 1971 erstmals öffentlich ausgestellt. Es folgen im Laufe der Jahre zahlreiche weitere Ausstellungen und eine europäische Wanderausstellung.

Der Grundgedanke ist in den 50 Jahren stets derselbe geblieben: "Jeder kann etwas, und das gilt es zu finden, aufzugreifen und auszubauen." Viele Einrichtungen im In- und Ausland haben sich die Kreative Werkstatt zum Vorbild genommen.

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Die Realschule an der Torwiesenschuleder Diakonie Stetten in Stuttgart-Heslach wird am 28. April 2016 staatlich anerkannt und ist damit den staatlichen Schulen gleichgestellt.

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Die Diakonie Stetten baut in der Kleinaspacher Straße in 71723 Großbottwar im Landkreis Ludwigsburg ein Wohnhaus für 24 Menschen mit Behinderung. Baubeginn ist am 5. September 2016.

 

Die Diakonie Stetten stellt sich den herausfordernden Veränderungen,
die unter anderem Gesetzgeber, Landkreise und Kostenträger von der Organisation fordern.

Es wurde ein konzernumfassender Organisationsentwicklungsprozess angestoßen, der neben Struktur- und Prozessveränderung auch die Entwicklung einer gemeinsamen Führungskultur in den Blick nimmt.

Das Berufsbildungswerk (BBW) Waiblingen betreibt im Gewerbegebiet Ameisenbühl Waiblingen die neu gebaute Kindertagesstätte "Baumhaus" der Diakonie Stetten.
Mit seiner außergewöhnlichen Holzfassade verbindet das Gebäude natürliche Elemente mit moderner Architektur.

Das Baumhaus bietet 30 Krippenplätze und 40 Kindergartenplätze für Kinder mit und ohne erhöhten Förderbedarf und ist barrierefrei zugänglich.

Am 27. Juni 2014 fand die offizielle Eröffnung der Kita statt.

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Der Neubau der Ludwig-Schlaich-Akademie am alten Bahnhof in Waiblingen, Devizesstraße 9, wurde am 7. November 2014 offiziell eingeweiht.

Zu diesem Zeitpunkt studieren an der Ludwig-Schlaich-Akademie
499 Schülerinnen und Schüler. Beschäftigt sind 33 hauptamtliche
Dozenten und 70 Honorardozenten.

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Die neuen Wohnhäuser sind Bausteine einer Idee: Sie markieren den langen Weg zu einer inklusiven Gesellschaft und ermöglichen Menschen, die mehr Unterstützung brauchen, ein Leben mitten in der Gesellschaft und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Menschen ohne Behinderung.

Drei neue Wohnhäuser werden mit finanzieller Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und der Stiftung Aktion Mensch mitten in Fellbach, Schorndorf und Weinstadt gebaut.

Ein weiteres fröhliches Einweihungsfest gab es in Filderstadt-Plattenhardt: Im neuen Wohnhaus an der Griebenäckerstraße wohnen nun 24 Menschen mit Behinderung.

Der Bereich Wohnen steht vor großen Veränderungen: Die Wohn- und Unterstützungsangebote müssen im Sinne der UN-Konvention zu Inklusion umgebaut und zukunftsfähig gemacht werden.

Behinderte Menschen sollen in Zukunft selbstbestimmter und inmitten unserer  Gesellschaft leben. Inklusion geht alle an: Behinderte und nicht-behinderte, junge und alte Menschen leben und arbeiten gemeinsam, gehen gemeinsam in die Schule, begegnen sich in Städten und Gemeinden.

Damit dies gelingt, muss sich auch die Infrastruktur verändern: Menschen möchten dort wohnen, wo sie ihren Lebensmittelpunkt haben, wo andere leben, wo sie zur Arbeit gehen und ihre Freunde sind.

Das bedeutet für die Diakonie Stetten ganz konkret: Kleine dezentrale Wohneinheiten statt großer stationärer Einrichtungen. Alle neuen Wohnhäuser der Diakonie Stetten werden mit einer maximalen Größe von 24 Wohnplätzen geplant.

Über 560 Wohnplätze sind von der Umwandlung betroffen.

Der Soziale Friedensdienst Göppingen (SFD) und die Diakonie Stetten e.V. 
bilden seit dem 1. Juli 2010 die gemeinsame Gesellschaft
Diakonie Stetten – Sozialer Friedensdienst (dsfd) GmbH“.

Die Angebote sollen sich verbinden und ergänzen. Menschen mit Behinderungen sollen davon genauso profitieren wie jungen Menschen, die sich sozial engagieren und lernen wollen.

Mit der neuen Gesellschaft bekräftigen die beiden Träger, ihre kirchlich-diakonische Arbeit im Landkreis zu stärken und im Blick auf die Schwerpunkte Integration und Inklusion weiter auszubauen. Vor allem offen und ambulante Angebote sollen fortgeführt, auf- und ausgebaut werden.

Am 29. Januar 2008 wird die Ludwig Schlaich Schule in die Rechtsform einer GmbH umgewandelt und umbenannt in Ludwig Schlaich Akademie GmbH. Alleingesellschafter ist die Diakonie Stetten e.V.

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Am 26. April 2008 werden die Verträge zum Zusammenschluss der Diakonie Stetten mit dem Alexander-Stift unterzeichnet. Damit erweitert die Diakonie Stetten ihr Engagement in der Altenhilfe erheblich.

Das Alexander-Stift setzt in der Altenhilfe moderne, am Menschen orientierte Konzepte um. In seinen Gemeindepflegehäusern, die ganz bewusst als kleine Einheiten mitten im Ort entstehen, finden pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen familienähnliche Strukturen vor. Die Bedürfnisse und Wünsche der Senioren stehen im Vordergrund. Dieses Denken deckt sich mit den Leitlinien der Diakonie Stetten sowohl in der Behinderten- als auch in der Altenhilfe.

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Am 1. Oktober 2008 nimmt das integrative Kinderhaus Bachwiesenstraße der Diakonie Stetten e.V. für Kinder mit und ohne Behinderung unter Leitung von Monika Hülle in der Bachwiesenstraße 25a in 70199 Stuttgart-Heslach seinen Betrieb auf. Die offizielle Einweihungsfeier findet im Februar 2009 statt.

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Im September 2006 (Schuljahr 2006/2007) startet die Torwiesenschule der Diakonie Stetten in Stuttgart-Heslach mit zwei integrativen Klassen. In diesen Klassen werden je sechs Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung unterrichtet. Nachmittags wird die Betreuung durch die Offenen Hilfen der Diakonie Stetten gewährleistet.

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Mit Wirkung vom 6. Oktober 2006 wird die Schule am Schlossberg - Sonderschule für Geistigbehinderte der Diakonie Stetten e.V. - umbenannt in „Theodor-Dierlamm-Schule“.

Theodor Dierlamm war langjähriger Schulleiter (1951 bis 1980) der Schule der Diakonie Stetten. Er hat sich bei der Förderung von Menschen mit einer geistigen Behinderung hohe Verdienste in der Diakonie Stetten, in Baden-Württemberg und darüber hinaus erworben.

Er ist Gründervater des Fachseminars für Sonderpädagogik und ihm ist maßgeblich zu verdanken, dass Menschen mit einer geistigen Behinderung als bildungsfähig angesehen werden und mit der Einführung der Schulpflicht auch diese Menschen seit 1965 ein Recht auf Bildung erhielten.

Theodor Dierlamm engagierte sich für die Beschulung schwerstbehinderter Kinder und Jugendlicher, ein heute selbstverständliches Bildungsrecht. Sein Stettener Bildungsplankonzept wurde zur Grundlage des ersten Bildungsplanes der Schule für Geistigbehinderte in Baden-Württemberg.

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Am 7. Juni 2004 wird das Freibad der Diakonie Stetten in Kernen-Stetten nach Sanierung als Naturbad wieder geöffnet.

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Das Betreute Seniorenwohnen im Otto-Mühlschlegel-Haus in Weinstadt-Endersbach erhält am 1. Dezember 2004 das Qualitätssiegel des Landes Baden-Württemberg.

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Im April 2002 wird das Otto-Mühlschlegel-Haus in Weinstadt-Endersbach mit 71 betreuten Seniorenwohnungen eingeweiht.

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Im September 2002 eröffnet das Berufsbildungswerk (BBW) Waiblingen das Jugendgästehaus "Insel" mit "Insel-Laden" in der Winnender Straße 2 in 71334 Waiblingen. Jugendlichen des BBW wird dort eine realitätsnahe Ausbildung geboten in den Bereichen Hauswirtschaft, Gastgewerbe, Küche und Verkauf.

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Am 27. September 2002 wird das Wohnheim am Haldenberg in Lorch eingeweiht. Seit März 2002 haben dort 34 Menschen mit geistiger Behinderung ein neues Zuhause gefunden.

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Am 23. April 2001 wird das neue Wohnheim im Hirschmann-Areal in Esslingen bezogen.

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Im Sommer 2001 entsteht nach einem Musikworkshop mit zehn Frauen und Männern mit geistiger Behinderung, dem Musiktherapeuten Pierre Schneider und dem Gitarristen Jan Vanek das Schwebende Orchester.

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2001_04_23:

Gebäude / Immobilien. Esslingen. Das neue Wohnheim im Hirschmann-Areal in Esslingen mit 48 Plätzen wird bezogen.

 

Zum 1. Juli 2000 übernimmt die Diakonie Stetten in Lorch die Sozialmedizinische Klinik (LVA-Klinik) der Landesversicherungsanstalt Württemberg. Nach Ausbau und Renovierung (Baubeginn im Frühjahr 2001) finden dort Menschen mit geistiger Behinderung ein Zuhause.

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Am 4. Juli 2000 ziehen die ersten geistig und körperlich behinderten Menschen aus der Diakonie Stetten in das neu erbaute Wohnheim nach Stuttgart - Bad Cannstatt. Offiziell eingeweiht wird das neue Wohnheim mit 48 Wohnplätzen und zwei Unterrichtsräumen für Außenklassen der "Schule am Schlossberg" am 29. September 2000.

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Am 10. Juli 2000 findet mit den letzten Audits in den Wohnbereichen der Zertifizierungsprozess seinen Abschluss. Damit erhält der gesamt Wohnbereich das Zertifikat nach der Norm DIN ISO 9001.

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Am 26. Juli 2000 erhalten die Seniorenwohnungen der Diakonie Stetten in der Richard-Hirschmann-Straße in Esslingen das Gütesiegel des Landes Baden-Württemberg.

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150-jähriges Jubiläum der Diakonie Stetten:

1849: Die "Heil- und Pflegeanstalt für schwachsinnige Kinder" wird in Riet nahe Vaihingen-Enz von Dr. Georg Friedrich Müller gegründet.

1851: Umzug von Riet ins Schwefelbad nach Winterbach.

1863: Schloss Stetten (Stetten im Remstal) wird für 49.000 Gulden von der Königlichen Kammer erworben.

1864: Im Mai 1964 zieht die Einrichtung von Winterbach ins Schloss Stetten im Remstal.

Die "Heil- und Pflegeanstalt für schwachsinnige Kinder" wird nach 1940 umbenannt in "Anstalt Stetten".

1996: Die Einrichtung wird umbenannt von "Anstalt Stetten" in Diakonie Stetten e.V.

1999: 150-jähriges Jubiläum der Diakonie Stetten e.V.

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Die Diakonie Stetten erwirbt zum 1. Januar 1999 von der Herrnhuter Brüdergemeine das Kurhaus in Bad Boll sowie das Gästehaus mit Tagungsräumen, Thermalmineralbad, Kurpark, Quelle und Friedhofsgelände. An der Kurhaus gGmbH erwirbt die Diakonie Stetten eine Beteiligung von 75 Prozent, die weiteren 25 Prozent verbleiben bei der Herrnhuter Brüdergemeine. Die Kurhaus gGmbH (120 Betten) hat einen guten Ruf mit ihrem Angebot der Anschlussheilbehandlung nach Hüftoperationen, einem Zentrum für Rückenschule, dem Thermalmineralbad und medizinischen Angeboten im orthopädischen Bereich. - 1595 wurde das Kurhaus vom württembergischen Herzog Friedrich I. gegründet. Nach dem Wirken von Johann und Christoph Blumhardt ging das Haus 1920 in den Besitz der Brüder-Unität über. Die Schwefelquelle, der Boller Jura Fango und das Thermalmineralwasser bilden die drei ortsgebundenen Heilmittel, die in der Rehabilitation eingesetzt werden.    

Anmerkung: Am 19.10.2013 verkauft die Diakonie Stetten das Kurhaus Bad Boll an das Christophsbad Göppingen.

 

Beginn der Altenhilfe – die Seniorenwohnanlage in der Hirschmannstraße in Esslingen wird eröffnet.

Die „Anstalt Stetten“ bekommt einen neuen Namen: „Diakonie Stetten e.V.

Umzug der Ludwig-Schlaich-Schule von Stetten nach Waiblingen in die Devizesstraße 4

Einweihung des Berufsbildungswerks (BBW) in Waiblingen.

Das BBW Waiblingen als Einrichtung für Rehabilitation und berufliche Erstausbildung für Jugendliche mit Lernbehinderung nimmt seine Arbeit in Waiblingen auf. Zum Berufsbildungswerk Waiblingen gehören auch Wohnplätze auf dem Gelände des BBW.

 

Bau des Fußgängersteges über die Schlossstraße in Kernen-Stetten

Die Kreative Werkstatt wird 1966 von Anne Dore Spellenberg gegründet. Hier entstehen die Werke der „Künstler aus Stetten“. Die außergewöhnlichen Bilder und Skulpturen haben durch Wanderausstellungen in vielen Städten Europas, in Südamerika und in Russland zu vermehrtem Verständnis für Menschen mit Behinderungen geholfen. Freundschaftliche Verbindungen sind entstanden, die durch Begegnung und gemeinsames künstlerisches Schaffen von behinderten und nicht-behinderten Menschen wachsen.

Staatliche Anerkennung der „Evangelischen Fachschule für Heilerziehungspflege Stetten i.R.

Einweihung der „Pflegeanstalt Hangweide".
Zwischen Stetten und Rommelshausen ist die Hangweide Modellprojekt mit 320 Betten in acht Pflegehäusern. Beginn des Diakonischen Jahres in Stetten.

 

Berthold Morlock darf sich erster Zivi Deutschlands nennen, denn als er 1957 aus Eigeninitiative in der damaligen Anstalt Stetten antrat, gab es noch gar keinen anerkannten Ersatzdienst. Dieser wurde erst 1960 eingeführt und in seinem Fall rückwirkend anerkannt.

Berthold Morlock arbeitete nach seinem Ersatzdienst 43 Jahre lang bis zu seinem Ruhestand im Juli 2000 in der Diakonie Stetten.

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Alleine in der Diakonie Stetten haben in 50 Jahren (01.04.1960 bis 31.12.2011) knapp 2500 Personen Zivildienst gemacht. 50 Jahre nach Einführung des Zivildienstes wird dieser am 01.07.2011 ausgesetzt und soll weitgehend durch den Bundesfreiwilligendienst ersetzt werden.

Eintrag ist Vereinsregister. Die „Anstalt Stetten“ wird zum eingetragenen Verein mit Gemeinnützigkeit.

Die erste Phase nach dem Zweiten Weltkrieg dient der Wiederherstellung der Anstalt Stetten in ihrem früheren Umfang. Die Rückgabe des Besitzes der Einrichtung erfolgt in Etappen bis zum Jahr 1959. Bei jedem zurück gewonnenen Einrichtungsteil sind umfangreiche Umbauarbeiten und Renovierungen nötig, um die Arbeit wieder aufnehmen und fortführen zu können.

In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg besteht ein riesiger Aufnahmedruck. Die Einrichtung wird umfangreich auch zur Jugendhilfe herangezogen. So ergibt sich eine heterogene Gemeinschaft. Differenzierungen der angebotenen Hilfen, vor allem der beruflichen Rehabilitation sind erwünscht, können aber nur langsam im Zuge der Rückgabe der Häuser und in parallelen, neuen Wohnformen umgesetzt werden.

Konzeptionelle Grundpfeiler sind:

  • „Beheimatung“ – als Antwort auf die Zerstörung der NS-Zeit
  • „Vom Angestellten zum Mitarbeiter“ – im Sinne eines besonderen Verständnisses von Dienstgemeinschaft 1963 erster Mitarbeiterausschuss, später MAV – Mitarbeitervertretung.
  • Schulung von Fachlichkeit

Schreckliches geschah im „Dritten Reich”: 330 Bewohnerinnen und Bewohner wurden in nur wenigen Monaten des Jahres 1940 Opfer der Ideologie vom „lebensunwerten Leben”.

In acht Transporten in den sogenannten „Grauen Bussen” wurden die Menschen nach Grafeneck deportiert und dort ermordet.

Die überlebenden Bewohnerinnen und Bewohner kommen nach Mariaberg, Winnenden, Wilhelmsdorf, Pfingstweide, in die heutige Bruderhausdiakonie Reutlingen und nach Kehl-Kork.

Ende 1940 wird die Anstalt Stetten beschlagnahmt, geschlossen und geräumt. Bis 1945 dienen die Gebäude anderen Zwecken: als Volksdeutsche Mittelstelle (ein Hauptamt der SS), ab August 1941 als Unteroffiziersschule der Luftwaffe und ab Ende 1943 werden Ausweichkrankenhäuser der Stadt Stuttgart eingerichtet.

Mit dem „Stettener Rundbuch” (persönliche Einträge zwischen 1940 und 1946) halten die verstreuten Mitarbeitenden Kontakt untereinander und überbrücken so die Zeit der Anstaltsschließung.

Der Stein des Gedenkens im Schlosshof erinnert an die Deportationen und an die Namen der Ermordeten. Er mahnt, alle Tendenzen, zwischen „lebenswert” und „lebensunwert” zu bekämpfen und in dieser Hinsicht aufkeimende Gedanken anzuklagen.

Inspektor Ludwig Schlaich eröffnete 1933 die Heilerziehungspflegeschule und initiierte damit den Beruf des Heilerziehungspflegers, der heute als staatlich anerkannte Fachausbildung die Hauptarbeit in der pädagogischen Begleitung und Pflege geistig behinderter Menschen leistet. Die Ludwig-Schlaich-Akademie der Diakonie Stetten in Waiblingen bietet heute darüber hinaus auch weitere Ausbildungen an.

In den 20er Jahren wird versucht, die im ersten Weltkrieg zu Tage getretene Krise Europas abzuwehren. Außenpolitisch setzt man auf neue Garantien in Bündnissystemen und Konferenzen. Innenpolitisch sucht man den Umgang mit revolutionären Bewegungen. Technische Errungenschaften beginnen, sich im großen Umfang auszuwirken.

Die Entwicklungen in Deutschland in der Weimarer Demokratie bilden sich in Stetten in neuem Wohlstand ab:

  • 1929 Warmwasserheizung
  • 1933 Freibad
  • 1934 Einzelzimmer im Wohnheim der Angestellten

Hinzu kommen Sportplätze, Kläranlage, Wassertoiletten.

Ab ca. 1908 setzt in der Anstalt Stetten ein dramatischer Personalnotstand ein. 1913 kündigten weit über die Hälfte von 145 Mitarbeitenden. Es muss künftig um Personal geworben werden. 1911 wird das elektrische Licht eingeführt. Anfang der 20er Jahre müssen die eingebauten Heizkörper aus Geldnot verkauft werden - es werden wieder Öfen angeschafft.

Bis 1919 sind alle finanziellen Ressourcen der Anstalt verbraucht. Man macht 33.000 Mark Schulden, um überhaupt durch den Winter zu kommen.

Inspektor Reischle in „Anstalten für Schwachsinnige, Epileptische und Psychopathische Jugendliche“, Halle, 1912: „Das Hauselternsystem bewährt sich sehr zugunsten der Pfleglinge. Vor allem durch das Zusammenwirken der Hausmutter mit dem Hausvater hat der Ton in den Häusern etwas wirklich Familienhaftes und es ist ermöglicht, jedem Kind persönlich näher zu kommen, sein Denken und Fühlen kennen zu lernen, seine Neigungen und Leidenschaften zu ergründen. Diese Kenntnis der Eigenart jeden Kindes befähigt allein, im ein richtiger Gefährte, Führer und Berater zu sein.“

Im Jahre 1900 erhielt die Einrichtung ihr erstes eigenes Schulhaus.

Doch immer noch war das Spektrum der Schülerschaft sehr breit. Um dieser Vielfalt gerecht zu werden wurden differenzierte Angebote geschaffen: „Vorklassen“ mit dem Ziel der Vorbereitung auf die Schule, eine „Fortbildungsschule“ um das Erlernte zu festigen, „Handfertigungsklassen“, um „geistig und körperlich gebrechliche“ und „epileptische“ Schülerinnen und Schüler anzuleiten sowie eine „Webschule“, in der „kranke“ Menschen auf die Arbeit in der Handweberei vorbereitet wurden.

Dr. Hermann Wildermuth begründete die systematische medizinische Hilfe für Menschen mit epileptischen Erkrankungen, während er von 1880 bis 1889 Ärztlicher Leiter in Stetten war. Seither hat dieser Zweig medizinischer Behandlung einen hohen Stellenwert in Stetten.

Im Jahr 1863 wird das Schloss Stetten für 49 000 Gulden von der Königlichen Kammer erworben. Im Mai 1864 zieht die „Heil- und Pflegeanstalt für schwachsinnige Kinder und Epileptische“ ein. Der mehrfach von der Landessynode ausgezeichnete Lehrer Johannes Landenberger war 1851 in Winterbach eingetreten, wurde Kassier, Hauptlehrer und ab 1856 Hausvater. Nach dem Ausscheiden seines Schwagers Georg Friedrich Müller 1859 übernimmt er die Leitung und kann in den folgenden Jahren seine pädagogischen Innovationen realisieren: Qualitätssteigerung der Betreuung durch „Rubrizierung“, d.h. Bildung von homogenen Gruppen; Ausgestaltung des Lehrplans; intensivierte Ausbildung der „Pfleglinge“. Die heilpädagogischen Erkenntnisse von Johannes Landenberger sind in die moderne Heilpädagogik eingeflossen.

Die Zahl der Pfleglinge steigt von 118 (1867) auf 271 (1876) und die Zahl der Angestellten steigt von 24 (1863) auf 90 (1875)

Mit dem „Invalidenfonds“ legt die Anstalt Stetten bereits 1878 besonderes Gewicht auf die Alterssicherung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Johannes Landenberger im Jahresbericht 1864: „Eine größere Anstalt ist besser als eine kleinere, hat mehr Erfahrungen, mehr Personal, mehr Mittel und Kräfte“.

Die Wurzel der Diakonie Stetten bildet eine Gruppe „entschiedener Christen“. Um den Gründer Dr. Georg Friedrich Müller scharen sich aus seinem Tübinger Bekanntenkreis Professoren der Universität, Vertreter der evangelischen Gemeinden, der Evangelischen Kirche und die prägende Figur der Inneren Mission in Württemberg, Christoph Ulrich Hahn. Unterstützung seitens der Behörden findet sich im „Königlichen Medizinalkollegium“.

Es beginnt 1849 in Riet bei Vaihingen/Enz mit zwei Kindern. Nach drei Jahren zieht die „Heil- und Pflegeanstalt“ 1851 nach Winterbach ins Remstal um. In Winterbach sind es bereits 60 Kinder. Leitend wird die Überzeugung von der Einheit körperlicher Heilbehandlung (Badekur, homöopathische Mittel), seelischer Pflege und Bildung („Gemütsbildung“, Unterricht) und geistlicher Unterweisung („biblische Geschichte“; Konfirmation als Abschluss des Aufenthaltes). Die pädagogische Leistung des Gründers gehört bis heute zu den aktuellsten Modellvorstellungen, wie die nicht-defizitären Beschreibungskategorien „gewöhnungsfähig, entwicklungsfähig, bildungsfähig“ (1856).