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Den passenden Arbeitsplatz gefunden - Werkstatt Fellbach feiert 10-jähriges Bestehen

Fellbach, 17. November 2022 – Im November feiern die Remstal Werkstätten am Standort Fellbach ihr zehnjähriges Jubiläum. Teilbereichsleiter Claus Schoch, Gruppenleiter Klaus Eppinger und drei Mitarbeitende mit Behinderungen blicken auf eine spannende Zeit mit interessanten Aufträgen zurück. Dabei sind sich alle einig: Von den anderen Standorten in die Werkstatt nach Fellbach zu wechseln, war damals die richtige Entscheidung und sie würden es immer wieder tun.

Hell und modern ist die Werkstatt der Remstal Werkstätten der Diakonie Stetten am Standort Fellbach in der Philipp-Reis-Straße. An den großen hochtechnisierten Maschinen erledigen die Mitarbeitenden mit Behinderungen nacheinander verschiedene Arbeitsgänge. „Die Mitarbeitenden an diesen Arbeitsplätzen arbeiten eng miteinander und sind ein Stück weit voneinander abhängig, da die Arbeitsschritte aufeinander abgestimmt sind. Daneben gibt es in der Werkstatt mehrere Einzelarbeitsplätze, so dass jeder Mitarbeitende individuell nach seinen Fähigkeiten eingesetzt werden kann“, erklärt Arbeitserzieher und Gruppenleiter Klaus Eppinger das Konzept der Werkstatt.

Zurzeit sind in der Werkstatt coronabedingt rund 90 Plätze mit Mitarbeitenden mit Behinderungen belegt. 100 Plätze hält die Werkstatt insgesamt bereit. „Wir haben hier fünf Arbeitsgruppen und drei Förder- und Betreuungsgruppen“, sagt Teilbereichsleiter Claus Schoch. Einer der Hauptaufträge, der in der Werkstatt seit einigen Jahren bearbeitet wird, ist die Montage von Schraubzwingen der Firma Bessey. „Wir freuen uns sehr, dass wir seit nunmehr sieben Jahren gut mit der Firma Bessey zusammenarbeiten. Die Montage der Schraubzwingen ist für die Mitarbeitenden ein interessanter und abwechslungsreicher Auftrag und viele sind sehr stolz darauf, dass sie an den technisierten Montagesystemen mitarbeiten können“, erklärt Claus Schoch.

So auch Thomas Hummel: „Als die großen Maschinen damals geliefert wurden, wollte ich erst nicht damit arbeiten, weil ich es mir nicht getraut habe. Aber dann habe ich gesehen, wie man sie bedient und inzwischen macht es mir richtig viel Spaß an diesem Platz zu arbeiten“. Er wohnt im Wohnheim in Bad Cannstatt und kommt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Werkstatt. Früher arbeitete er in der Werkstatt auf der Hangweide. „Auf der Hangweide war alles so alt, hier ist es schön neu und die Räume sind viel größer. Außerdem gibt es eine tolle Kantine und wir können uns Kaffee oder Süßigkeiten kaufen“, erzählt er.

Seine beiden Kollegen Karl-Heinz Hora und Kathrin Spies wohnen beide in Fellbach und kommen zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Werkstatt. „Ich habe früher in Waiblingen gearbeitet und bin dann in das neue Wohnhaus der Diakonie Stetten in Fellbach gezogen. Jetzt kann ich jeden Tag zur Arbeit laufen und brauche keinen Fahrdienst mehr“, sagt Karl-Heinz Hora. Kathrin Spies kommt ebenfalls zu Fuß zur Arbeit. Sie wohnt bei ihren Eltern in Fellbach und sie arbeitet am liebsten an den Verpackungsaufträgen oder klebt Etiketten. „Mir ist es lieber wenn ich nicht so schwer heben muss, denn die Schraubzwingen sind ganz schön schwer“, lacht sie.

„Wir montieren hier Schraubzwingen in den verschiedensten Größen bis hin zu mehreren Kilos“, erklärt Claus Schoch. Er ist froh, dass mit diesem Auftrag seit einigen Jahren eine gewisse Regelmäßigkeit in der Werkstatt eingezogen ist. „Die Anfangszeit war schon nicht so ganz einfach. Wir haben immer wieder kleinere Aufträge bekommen, die jedoch keine ganze Gruppe beschäftigt haben. Das waren z. B. Verpackungsarbeiten für Kabel, Elektronikartikel oder Nahrungsergänzungsmittel. In dieser Zeit mussten die Mitarbeitenden flexibel sein und es war insbesondere auch für die Gruppenleiter recht anstrengend, weil wir nicht wussten, was am nächsten Tag davon noch bearbeitet werden kann. Inzwischen haben wir eine sehr gute und durchgängige Auslastung“. Auch die Zusammenarbeit mit dem zweiten großen Industriekunden AMF aus Fellbach weiß der Teilbereichsleiter sehr zu schätzen: „AMF ist seit Jahrzehnten ein verlässlicher Kunde, der unterschiedlichste Aufträge im Bereich der Montage und Verpackung bei uns platziert hat. Diese Aufgaben werden überwiegend an Einzelarbeitsplätzen bearbeitet und runden somit unsere Arbeitsangebote ab.“

Die Mitarbeitenden sind alle sehr zufrieden mit dem Standort im Industriegebiet in Fellbach. „Wir pflegen eine gute Nachbarschaft mit den hier ansässigen Firmen, auch wenn diese vielleicht nicht unbedingt für mögliche Aufträge passend sind“, sagt Claus Schoch. Allerdings hätten vor Corona auch schon Azubis von der Firma Wittenstein ihr Sozialpraktikum in der Werkstatt absolviert, was sehr schön gewesen sei. Im Rückblick auf die zehn vergangenen Jahre zeigen sich alle sehr zufrieden und sind sich einig, dass sie hier jederzeit wieder anfangen würden.

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