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Wie Therapieangebote Entwicklung gezielt stärken - Interdisziplinäre Frühförderstelle hilft Kindern mit Entwicklungsverzögerungen

Winnenden, 20. April 2026 – Die Mitarbeitenden der Interdisziplinären Frühförderstelle der Diakonie Stetten fördern Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Behinderungen von der Geburt bis zum Schulbeginn. Der sechsjährige Raffael Markaj kommt seit seinem ersten Lebensjahr einmal in der Woche mit seiner Mutter in die Ergotherapie der Interdisziplinären Frühförderung. Ergotherapeutin Christiane Graf macht mit ihm verschiedene Angebote zur Körperwahrnehmung, Muskelstärkung, Konzentration oder Motorik. Sabrina Markaj kann durch die Therapieangebote deutliche Verbesserungen in der Entwicklung ihres Sohnes erkennen.

Im Rahmen der Frühförderung können Kinder neben heilpädagogischen Leistungen auch logopädische, physiotherapeutische und ergotherapeutische Förderung erhalten.„Wir haben bereits in der Schwangerschaft erfahren, dass Raffael eine Fehlbildung der Speiseröhre hat. Durch eine zusätzliche genetische Erkrankung hat er verschiedene Entwicklungsverzögerungen und körperliche Einschränkungen. Er musste direkt nach der Geburt mehrmals operiert werden und wir waren lange mit ihm im Krankenhaus“, erinnert sich seine Mutter Sabrina Markaj an diese herausfordernde Anfangszeit. Bereits in seinem ersten Lebensjahr kam sie regelmäßig mit ihm in die offene Eltern-Kind-Gruppe, die die Interdisziplinäre Frühförderung als Zusatzangebot ebenfalls anbietet. Durch die intensive Logopädie kann Raffael Markaj inzwischen einzelne Wörter sprechen und lautieren, so dass ihn auch Menschen, die ihn nicht so gut kennen, verstehen können. Außerdem bringt ihm seine Familie die Gebärdensprache bei. „Uns ist wichtig, dass er sich mitteilen kann und wir uns verstehen. Daher lernen wir die Gebärdensprache und durch die Logopädie kann er inzwischen einzelne Wörter sprechen“, sagt Sabrina Markaj, die froh ist, dass sie von der Interdisziplinären Frühförderstelle für ihren Sohn Unterstützung bekommen. Die 36-Jährige versucht viele Übungen aus den Therapien in den Alltag ihres Kindes zu integrieren. Zurzeit geht Raffael Markaj mit einer Integrationskraft in einen Regelkindergarten.  Anschließend wird er in die Theodor-Dierlamm-Schule der Diakonie Stetten wechseln.

In der Ergotherapie nutzt Christiane Graf verschiedene Spielgeräte und macht Übungen mit ihrem jungen Patienten. An einer sogenannten „Bungeeschaukel“ kann der Sechsjährige frei hüpfen und schwingen. „Diese spezielle Schaukel können wir auf Raffaels Gewicht einstellen. Wir üben damit seine Körperspannung und auch sein Hüftbeuger wird dadurch stabilisiert“, erklärt Christiane Graf. Daneben weiß sie, dass der Junge sportliche Betätigung liebt und so ist die Bewegung in der Schaukel ein gelungener Einstieg in die Therapiestunde. Generell hat die Ergotherapeutin die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, erst einmal Vertrauen zu ihren Patientinnen und Patienten aufzubauen. „Anfangs durfte ich Raffael z. B. nicht berühren, aber inzwischen kommt er gerne und geht zufrieden nach der Therapiestunde“, sagt die 54-Jährige. Anschließend nutzt Christiane Graf ein Sensorikgel, welches sie Raffael Markaj auf seine Hand sprüht. Der Junge fühlt den Schaum, der bunt und kalt ist, nach Beeren duftet, sich zu einem Gel verwandelt und sich anschließend fast nahezu auflöst. „Damit können wir die verschiedenen Sinne ansprechen“.

Die Interdisziplinäre Frühförderstelle befindet sich im Gesundheitszentrum der Rems-Murr-Kliniken und bietet mit ihrer Ausstattung vielfältige Therapie- und Fördermöglichkeiten. In dem Team von 19 Mitarbeitenden arbeiten z. B. Heilpädagoginnen und -pädagogen, Ergo-, Logo- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten, sowie Psychologinnen und Psychologen. „Unser Merkmal ist ein ganzheitliches Angebot. Wir behandeln viele Kinder z. B. mit Entwicklungsverzögerungen oder Autismus-Spektrum-Störungen. Daneben kommen auch Kinder zu uns, die als Frühchen geboren wurden und deshalb Förderbedarf haben“, sagt Monika Hülle, Leiterin der Interdisziplinären Frühförderstelle. In der Praxis gibt es verschiedene Fachräume mit Sportgeräten, Spielsachen, einem Bällebad und Therapiematerial für Logo-, Ergo- und Physiotherapie. Auch heilpädagogisches Sandspiel wird angeboten: „Diese Methode gibt Kindern nonverbal eine Ausdrucksmöglichkeit für ihr inneres Erleben. Mithilfe von Tierfiguren und Spielsachen können sie Szenen aufbauen, die als Einstieg ins Gespräch dienen können und den Therapeuten einen Blick in die Innenwelt des Kindes erlauben“, erklärt Monika Hülle. Viele der kleinen Patientinnen und Patienten kommen jahrelang in die Frühförderstelle. „Dadurch entsteht eine Beziehung und man teilt Freud und Leid mit den Familien“, sagt Christiane Graf und wenn, wie bei Raffael Markaj, immer mehr Fortschritte in der Entwicklung zu beobachten sind, dann sei die Arbeit mit den Kindern umso schöner.
 

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