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Ein ganz besonderer Teamgeist - Inklusiver Kletterkurs ermöglicht Teilhabe
Stuttgart, 9. April 2026 – Alle zwei Wochen treffen sich samstags von 12 bis 14 Uhr etwa 15 Teilnehmende bei einem inklusiven Kletterkurs in der Kletterhalle cityrock in Stuttgart Mitte und klettern zusammen. Die Offenen Hilfen der Diakonie Stetten kooperieren im Rahmen ihrer Freizeitangebote für Menschen mit Behinderungen mit dem Stuttgarter Sportverein EK Stuttgart e. V. und ermöglichen ihren Klientinnen und Klienten so das Klettern. Stefan Ocampo und Jana Mai nehmen regelmäßig am Kletterkurs teil. Die Einzelbegleitungen durch die Offenen Hilfen werden durch das Programm „Gemeinsam aktiv“ der Aktion Mensch gefördert.

Stefan Ocampo (links) wurde anfangs von Nadja Lakehal von den Offenen Hilfen zum Kletterkurs begleitet. Inzwischen kommt er regelmäßig alleine zum inklusiven Kletterkurs.

Ein großes Hobby von Jana Mai (rechts) ist das Klettern. Carola Krawczyk (links) engagiert sich ehrenamtlich beim Kletterkurs und leitet die Teilnehmenden an.
„Ich komme seit drei Jahren in die Klettergruppe und mir macht es richtig viel Spaß. Am besten gefällt mir das Sportliche dabei. Ich bin bei den Special Olympics in Heilbronn im Klettern angetreten und werde auch dieses Jahr wieder bei den Spielen in Bayern mitmachen“, erzählt Stefan Ocampo. Der 17-Jährige nimmt an verschiedenen Freizeitaktivitäten der Offenen Hilfen teil, aber das Klettern gehört inzwischen zu seinen Lieblingshobbys. Anfangs wurde er von Jugend- und Heimerzieherin Nadja Lakehal im Rahmen einer Einzelbegleitung, die durch das Programm „Gemeinsam aktiv“ von Aktion Mensch gefördert wurde, begleitet. Inzwischen ist der junge Mann, der in Bad Cannstatt wohnt und in die Berufsschulstufe der Helene Schöttle Schule geht, gut in der Gruppe integriert und kommt ohne Unterstützung zu seinem Hobby. „Die Offenen Hilfen bieten einen begleiteten Einstieg für Freizeitaktivitäten an und leisten so lange Assistenz, wie die Klienten sich das wünschen. Im besten Fall kommen sie dann irgendwann alleine zu ihrem Hobby“, sagt Nadja Lakehal. Wichtig sei, dass die jeweiligen Gegebenheiten der Freizeitaktivitäten zu den Klientinnen und Klienten passten. „Wenn die Angebote zu leistungsorientiert sind, wird es oft schwierig, denn dann kann es für die jeweilige Person frustrierend werden“, so Nadja Lakehal. Auch Jana Mai kommt seit vielen Jahren regelmäßig zum Klettern und hat bereits ein paar Medaillen bei den Special Olympics gewonnen. „Mir macht der Sport Spaß und die Bewegung tut mir gut. Die Höhe macht mir gar nichts aus“, sagt die 31-Jährige, die in den Karl-Schubert-Werkstätten in Bonlanden arbeitet. Neben dem Klettern im Cityrock und in der Kletterhalle in Ludwigsburg schwimmt sie gerne und spielt Volleyball.
Carola Krawczyk engagiert sich ehrenamtlich beim Kletterkurs und leitet die Teilnehmenden zusammen mit drei weiteren Ehrenamtlichen an. „Ziel unseres Kurses ist, dass er inklusiv ist. Jeder kann kommen und mitmachen. Wir sind jederzeit offen für neue Mitglieder“, sagt die Kursleiterin. Die wichtigste Regel sei, dass alle gut aufeinander achtgeben und immer im Kontakt blieben, denn schließlich seien die Kletterwände in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen rund elf Meter hoch. Deshalb klettern die Teilnehmenden in Teams zu dritt. „Wir klettern immer mit einem sogenannten ´Schutzengel´, der noch mal ein Auge darauf hat, ob der Kletterer auch richtig gesichert wird. Denn jeder, der mitmacht, darf klettern und sichern, ob mit oder ohne Behinderung“, erklärt Carola Krawczyk. Die Ausrüstung gibt es vor Ort und die Ehrenamtlichen weisen die Teilnehmenden nach einer kurzen gemeinsamen Aufwärmphase Stück für Stück ins Klettern ein. Carola Krawczyk sieht vielfältige Vorteile bei dieser Sportart, die nicht nur sportlich einiges zu bieten hat, sondern auch die mentale Gesundheit fördert: „Klettern stärkt das Selbstvertrauen und die psychische Widerstandskraft. Die Sportler müssen ihre eigenen Grenzen einschätzen und mit ihrer Angst vor der Höhe umgehen. Außerdem sind die Kletterer darauf angewiesen, mit dem Sicherungspartner eine soziale Bindung einzugehen, die auf Vertrauen basiert. Man begibt sich vertrauensvoll in die Hände des Gegenübers und erfährt auf diese Art und Weise soziale Unterstützung“.
Nicole Schürrle aus Illingen kommt regelmäßig zur inklusiven Klettergruppe und schätzt hier den besonderen Teamgeist und Zusammenhalt. „Ich habe lange nach solch einer Gruppe gesucht, denn ich hatte mehrere Bandscheibenvorfälle und habe dadurch Einschränkungen an meiner linken Körperseite. Ich fühle mich hier einfach wohl, weil alle so authentisch sind und sich jeder mit einem freut“. Es sei schön zu sehen, wie glücklich die Sportlerinnen und Sportler seien, wenn sie eine Route geschafft hätten, die sie sich zuvor vielleicht nicht zugetraut hätten.
Information:
Die inklusive Klettergruppe ist für Menschen ab 11 Jahren mit oder ohne Behinderung geeignet. Die Betreuung erfolgt durch erfahrene Übungsleiterinnen und -Leiter. Bei einem Schnuppertraining können Interessierte ihre Fähigkeiten einschätzen, die Gruppe kennenlernen und ausprobieren, ob Klettern der geeignete Sport ist. Anmeldung unter kletterninklusiv@cityrock.de Eine Begleitung für Menschen mit Behinderungen durch die Offenen Hilfen der Diakonie Stetten ist möglich. Kontakt offene-hilfen-stuttgart@diakonie-stetten.de
