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Neue Wege gehen - Fachschule für Sozialpädagogik erhält Schulpreis
Waiblingen, 4. September 2026 – Die Fachschule für Sozialpädagogik der Ludwig Schlaich Akademie der Diakonie Stetten in Waiblingen ist mit dem Schulpreis für diakonisches Lernen des Evangelischen Schulwerks geehrt worden. In diesem Jahr stand die Ausschreibung unter dem Eindruck der Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“, ein Aufruf, innovative Wege an der eigenen Schule sichtbar zu machen. Dazu passte die Bewerbung der Akademie, die ihr Lernkonzept „ILG – Individuelle Lernwege gestalten“ in einem rund vierminütigen Video vorstellte.

(V.l.n.r.) Dozent Jan-Christopher Schmid, die Auszubildenden Jule Heubach, Athanasia Geladari, Miriam Lauriola, Schulleiterin Silke Groß-Kochendörfer und Dozentin Barbara Schraml freuen sich über den Schulpreis und sind sich einig, dass die neuen Lehr und Lernformen der richtige Weg sind.
„Für uns ist schon seit längerer Zeit klar, dass sich die Ausbildung für angehende Erzieherinnen und Erzieher verändern muss. Es gilt, neue Lehr- und Lernformen zu entwickeln und die Auszubildenden bestmöglich auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten“, erklärt Silke Groß-Kochendörfer, Leiterin der Fachschule für Sozialpädagogik an der Ludwig Schlaich Akademie. Die Ausbildung müsse sich an die Rahmenbedingungen der Kindertageseinrichtungen anpassen, die sich in den vergangenen Jahren stark verändert hätten. „Die Aufgabe pädagogischer Fachkräfte besteht darin, Kinder stark für das Leben zu machen. Zugleich wird der pädagogische Alltag zunehmend von kultureller Vielfalt, sprachlichen Barrieren sowie unterschiedlichen familiären und sozialen Hintergründen geprägt. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, müssen Fachkräfte bereits in ihrer Ausbildung lernen, eigenständig Verantwortung zu übernehmen und sich diesen Themen sicher und reflektiert zu stellen“, sagt Silke Groß-Kochendörfer.
Daher entwickelte das Team der Fachschule das Lernkonzept „ILG – Individuelle Lernwege gestalten“. Dahinter steht eine bewusste Abkehr vom klassischen Frontalunterricht. Statt im Gleichschritt durch den Stoff geführt zu werden, arbeiten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher an individuellen Lernwegen, setzen eigene Schwerpunkte und steuern ihr Lernen in hohem Maß selbst. Die Lehrkräfte stehen dabei weniger als Vermittelnde vor der Klasse, sondern begleiten die einzelnen Lernprozesse. „Anfangs war ich etwas überfordert von der neuen Herangehensweise, aber dann hat es mich positiv überrascht, wie die Lehrkräfte auf uns eingegangen sind“, berichtet Athanasia Geladari. Anhand vieler Praxisbeispiele hätten sie gelernt, mit unterschiedlichen Situationen und Herausforderungen umzugehen. Die 20-Jährige hat zusammen mit ihren beiden Kolleginnen Jule Heubach und Miriam Lauriola ein Video über die Ausbildung gedreht, mit dem sich die Fachschule für den Schulpreis bewarb. Nach der Storyboard-Abstimmung mit den Lehrkräften führten die Auszubildenden Regie, filmten, schnitten und vertonten das Video. „Während des Ausbildungsjahres haben wir viel in Gruppen gelernt und uns über die Aufgaben ausgetauscht. Nach und nach haben wir immer mehr Lust bekommen, noch selbständiger zu arbeiten und auf andere Art und Weise zu lernen“, sagt Jule Heubach.
Die Lerninhalte sind auf vielfältige Weise aufbereitet, digital verfügbar, nutzen moderne Strategien zur Wissensvermittlung und gehen auf die persönlichen Bedarfe der Lernenden ein. „Der neue Ansatz, individuelle Lernwege selbständig zu gestalten, verändert die Rolle aller Beteiligten. Die Auszubildenden übernehmen früh Verantwortung für ihren eigenen Lernfortschritt, entwickeln Lernstrategien bewusst weiter und lernen, Herausforderungen kritisch zu reflektieren“, erklärt Barbara Schraml, Dozentin an der Ludwig Schlaich Akademie. Genau diese Kompetenzen benötigten sie später im pädagogischen Beruf, wenn sie Kinder in offenen, selbstbestimmten Lernsituationen begleiten würden. Das Konzept bilde demnach nicht nur Fachkräfte aus, sondern lasse sie die Haltung, die sie später weitergeben sollten, im eigenen Lernen erfahren. Wichtig ist den Lehrkräften, dass die Auszubildenden aktiv in die Umstrukturierung des Schulalltags einbezogen werden. „Wir machen regelmäßige Evaluationen sowie Befragungen und führen individuelle Gespräche. Das daraus generierte Feedback lassen wir direkt in die weitere Gestaltung einfließen“, ergänzt Jan Christopher Schmid, ebenfalls Dozent an der Akademie. Daneben würden die Ausbildungsstätten in den Prozess miteinbezogen werden. Nach und nach soll das neue Konzept dann auch auf die ersten und zweiten Ausbildungsjahre angewendet und stetig weiterentwickelt werden.
Die drei Auszubildenden Athanasia Geladari, Jule Heubach und Miriam Lauriola haben ihre Ausbildung abgeschlossen und starten jetzt ins Berufsleben. „Durch das neue Lernkonzept haben wir gelernt, uns selbst zu organisieren und dass wir für uns selbst verantwortlich sind. Ich fühle mich jetzt bestens vorbereitet für den Berufsalltag und das hängt sicherlich auch mit dieser neuen Lernform zusammen“, so Miriam Lauriola.
Information:
Die Ludwig Schlaich Akademie gehört zu den vier Schulen, die mit dem Förderpreis des Evangelischen Schulwerks ausgezeichnet wurden. Als Dachverband vertritt das Evangelische Schulwerk mehr als 300 evangelische Schulen und Bildungseinrichtungen in Baden-Württemberg. Mit dem Preis werden Mitgliedsschulen gewürdigt, die ihr christliches Profil im Schulalltag sichtbar machen und diakonisches Handeln nachhaltig in der schulischen und beruflichen Lebenswelt verankern.
