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Gemeinsam im Alltag wachsen - Diakonie Stetten bietet drei jungen Männern Assistenz im eigenen Wohnraum
Leinfelden-Echterdingen, 17. Juni 2026 – Jan Smit, Felix Mützel und Jonathan Steinbrück leben seit November zusammen in einer Wohngemeinschaft im Quartier „Schelmenäcker“ in Leinfelden-Echterdingen und werden in ihrem Alltag von Mitarbeitenden der Diakonie Stetten unterstützt. Die drei jungen Männer sind von Zuhause in die Wohngemeinschaft gezogen und gestalten dort ihren Alltag weitestgehend selbständig. Martin Glitsch und Andreas Feuerecker kommen mindestens viermal in der Woche in die WG und stehen für Fragen zur Verfügung, unterstützen beim Einkaufen und sind Ansprechpartner bei persönlichen Themen.

Die WG-Bewohner Jan Smit (vorne links), Felix Mützel und Jonathan Steinbrück sind inzwischen ein eingespieltes Team und werden in ihrem Alltag von den Mitarbeitenden Martin Glitsch (hinten links) Andreas Feuerecker (hinten Mitte) unterstützt.
Drei junge Männer zwischen 22 und 32 Jahren leben seit vergangenem Herbst in einer Neubau-Wohnung des Siedlungswerks im Quartier „Schelmenäcker“, die die Diakonie Stetten angemietet hat. „Ich wollte von Zuhause ausziehen und habe eine Anzeige gelesen, dass hier noch Plätze frei sind“, erzählt Jan Smit. Der 29-Jährige kommt aus Neckartailfingen und arbeitet in den Karl-Schubert-Werkstätten in Bonlanden in der Werkstatt für Musikinstrumente und wird mit dem Fahrdienst geholt. „Die Arbeit macht mir viel Spaß und es ist eine tolle Werkstatt“, sagt er. Seine Mutter besucht ihn mindestens einmal in der Woche in seiner neuen WG und wenn er sich gerade nicht mit Freunden trifft oder in seinem Rollstuhl spazieren fährt, dann genießt er die Freizeit mit seinen Mitbewohnern. „Mir gefällt die Gemeinschaft hier in der WG richtig gut. Wir kochen und essen oft zusammen und tauschen uns dabei aus. Natürlich gibt es auch mal kleinere Konflikte, aber die lösen wir immer“. Auch Felix Mützel genießt das WG-Leben: „Meine Eltern sind nach Würzburg gezogen und ich wollte hier in der Gegend bleiben. Dann habe ich mich auf den Wohnplatz beworben und ihn bekommen“. Der 32-Jährige aus Fellbach arbeitet in einem Bistro von der Lebenshilfe in Vaihingen und freut sich, dass er es nun zu seiner täglichen Arbeitsstätte nicht mehr so weit hat. „In meiner Freizeit spiele ich gerne Theater in der Theatergruppe der Caritas, mache Sport oder gehe spazieren“, sagt er. Der 22-jährige Jonathan Steinbrück arbeitet wie sein Mitbewohner bei der Lebenshilfe in Vaihingen und wollte ebenfalls von zuhause ausziehen. Er fährt am Wochenende oft nach Hause zu seinen Eltern und sein Vater besucht ihn regelmäßig in der WG. „Ich fahre gerne Fahrrad und höre Musik in meiner Freizeit“, sagt er.
Die beiden Mitarbeiter der Diakonie Stetten, Martin Glitsch und Andreas Feuerecker, kommen mindestens viermal in der Woche zu den drei jungen Männern und besprechen anstehende Themen. „Wir schauen, dass nach Möglichkeit an jedem Abend einer von uns in der WG ist. Wir gehen zusammen einkaufen, kochen, spielen Spiele und besprechen, was die Klienten beschäftigt. Alle 14 Tage gehen wir zusammen zum Bowling“, berichtet Heilpädagoge Martin Glitsch. Sonst seien die Klienten so selbständig, dass sie ihren Alltag weitestgehend alleine meistern könnten. „Der Ablösungsprozess von Zuhause und das Vertrauen in das selbständige Leben ist bei allen drei Bewohnern immer wieder ein wichtiges Thema. Hier arbeiten wir mit den Eltern daran und führen zusammen Gespräche“, so Martin Glitsch. Auch gesellschaftspolitische Themen in Bezug auf Behinderung, wie z. B. Ausgrenzung und Barrierefreiheit, seien Themen, die nach Bedarf in Einzelgesprächen, besprochen werden müssten. „Das hat viel mit Empowerment zu tun. Generell unterstützen wir bei verschiedensten Themen und es ist schön, dass die Klienten das Vertrauen haben, mit ihren Fragen und Anregungen zu uns zu kommen“, sagt der langjährige Mitarbeiter. Sein Kollege Andreas Feuerecker und er ergänzen sich bei der Arbeit bestens. „Martin und ich sind ein gutes Team und seine langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und mein Wissen relativ frisch von der Uni machen uns zu einem eingespielten Team“, sagt der 27-Jährige Sozialpädagoge. Ihm gefällt es, die Klienten in ihrem Alltag zu unterstützen. „Ich finde es immer wieder spannend zu sehen, wie sie ihr Leben gestalten. Wir begleiten einfach als Assistenten“. Das findet auch Martin Glitsch: „Es ist schön zu sehen, wie die Bewohner im Alltag gemeinsam wachsen und Kompromisse schließen. Das Gefühl dabei nicht allein zu sein, bestärkt sie darin. Gleichzeitig profitieren wir Mitarbeiter von diesen Einblicken, denn es ist bemerkenswert, wie sie manche Herausforderungen angehen“.
Neben dieser Wohngemeinschaft gibt es im Quartier „Schelmenäcker“ drei weitere Dreier-Wohngemeinschaften, eine Zweier-WG und drei Einzelappartements für Menschen mit Behinderungen, die ebenfalls von den Mitarbeitenden der Diakonie Stetten unterstützt werden.
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