
Abgeordnete der Grünen-Fraktion in der Diakonie Stetten:
Fehlende Koordination in Sozialplanung und Pflegesatzwesen beklagt
Sozialpolitische Themen standen auf der Tagesordnung eines Besuches von Mitgliedern der Baden-Württembergischen Landtags-Fraktion der Grünen in der Diakonie Stetten. Brigitte Lösch, MdL, Wahlkreis Stuttgart, Vorsitzende des Sozialausschusses des Landtags sowie sozialpolitische und frauenpolitische Sprecherin der Fraktion: „Wir waren noch nie in der Diakonie Stetten und wollten uns vor Ort über die Auswirkungen der sozialpolitischen Gesetzgebung informieren“. Begleitet wurde die Stuttgarter Abgeordnete von Bärbl Mielich, MdL, aus dem Wahlkreis Breisgau (Freiburg), gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Fraktion, und Birgit Locher-Finke, parlamentarische Beraterin der Grünen Fraktion zu den Themenbereichen Sozialpolitik, Gesundheit, Kinder und Familie sowie Lehrbeauftragte am Institut für Politikwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen.
In lockerer Gesprächsrunde mit den Mitgliedern des Vorstandes dauerte es nicht lange, bis herauskam, wo der Schuh drückt: Durch die Verlagerung der Zuständigkeiten vom ehemaligen Landeswohlfahrtsverband zu den Landkreisen wurde der Weiterentwicklung der Behindertenhilfe die Fahrt genommen. Wo früher an zentraler Stelle die Verhandlungspartner an einem Tisch saßen, gibt es nun eine Fülle verschiedener Meinungsträger und regionale Sichtweisen. „In der Sozialplanung und im Pflegesatzwesen fehlt die überörtliche Koordination“, so Dr. Ulrich Raichle, pädagogischer Vorstand der Diakonie Stetten. Auch bleibe das erstarrte Leistungsrecht mittlerweile weit hinter den Gegebenheiten vor Ort zurück. „Die Weiterentwicklung des Rechtsrahmens fehlt“, so Raichle.
Ebenfalls zur Sprache kamen die Angebote der Remstal Werkstätten für Menschen mit geistigen Behinderungen und dem angegliederten Rehazentrum für psychisch kranke Menschen. Interessiert informierten sich die Grünen-Abgeordneten auch über die Bestrebungen, verstärkt Außenarbeitsplätze einzurichten, um behinderten Menschen den Weg in den ersten Arbeitsmarkt zu ebnen.
Anschaulich wurde die Arbeit mit schwer-mehrfach behinderten Kindern und Jugendlichen bei einem abschließenden Besuch der Kindergruppe im Wildermuthhaus.
Text/Foto: Eberhard O. Brachhold